Nennen Sie uns drei Stärken und drei Schwächen…

Diese Frage ist Ihnen sicherlich aus Vorstellungsgesprächen bekannt. Während der erste Teil noch relativ einfach und problemlos zu beantworten ist, kommen viele Bewerber doch bei der Benennung von Schwächen in Bedrängnis.

Die Frage, die sehr direkt ist und damit ein wenig plump klingt, zielt darauf ab, dass Ihr Gesprächspartner sich einen Eindruck von Ihrem Selbstbild verschaffen möchte. Wie viel Selbstvertrauen zeigen Sie in einer heiklen Situation? Wie ist Ihre Reaktion? Da es hier primär um Ihre Selbsteinschätzung geht, verpacken versierte Personaler mittlerweile diese Fragen sehr viel geschickter…nichtsdestotrotz sollten Sie gerüstet sein.


Beginnen Sie immer mit Ihren Stärken! Achten Sie darauf, welche Kompetenzen für die angestrebte Position besonders wichtig sind. Ihr Gegenüber erwartet keinesfalls eine Aufzählung in Schlagworten, sondern Ihre Stärken sollten Sie anhand konkreter Beispiele schildern, um Ihre Ausführungen zu untermauern. Die Aussage, dass Sie über ein großes Organisationsgeschick verfügen, reicht so nicht. Überlegen Sie sich – im Vorfeld des Gespräches – in welcher konkreten Situation Sie Ihr spezielles Talent bewiesen haben. Wenn Sie hier Ihre positiven Eigenschaften anschaulich und prägnant schildern können, dann punkten Sie auf jeden Fall. Nach einer selbstbewussten Präsentation Ihrer Stärken, können Sie versuchen, der Frage nach den Schwächen auszuweichen – was durchaus in der Praxis funktioniert. Sollten Ihre Gegenüber dennoch weiterbohren, geben Sie über Ihre Schwächen nicht zu offen und ehrlich Antwort. Die Aussage, man sei cholerisch, chaotisch und unpünktlich werden wohl nur wenigen Personalern in Vorstellungsgesprächen zu Ohren gekommen sein. Sie sollten hier nur Schwächen nennen, die auch eine positive Seite sichtbar machen. Nutzen Sie zudem einschränkende Formulierungen wie ab und zu, manchmal oder bisweilen. Um Ihre Glaubwürdigkeit zu steigern, schildern Sie auch hier realistische Beispiele aus dem Berufsalltag, in denen Sie tatsächlich nicht das Verhalten gezeigt haben, dass sonst für Sie typisch ist. Machen Sie aber in Ihren Schilderungen klar, dass Sie in brisanten Situationen in der Lage sind, Lösungen zu finden.

Wie bereits erwähnt, wird in vielen Vorstellungsgesprächen heute eher indirekt nach Schwächen gefragt. Ihnen werden Fragen gestellt wie: Welche drei Eigenschaften würde Ihr letzter Chef an Ihnen kritisieren?, Welche Ihrer Eigenarten stört Sie am wenigsten/stört Sie am meisten?, Welche drei Eigenschaften mögen Sie an Kollegen überhaupt nicht? nach Ihrer Antwort folgt dann die Anschlussfrage: Und welche drei Eigenschaften mochten Ihre Kollegen an Ihnen überhaupt nicht?


Bereiten Sie sich gut auf diese Fragen vor und suchen sich anschauliche Beispiele – immer im Hinblick auf die Anforderungen der jeweiligen Stelle – um Ihre Aussagen zu untermauern. Je sicherer Sie Ihre Antworten geben, je plausibler Ihre Ausführungen sind und je authentischer Sie wirken desto schneller wird man den Punkt Selbsteinschätzung im Vorstellungsgespräch abhaken. 

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