Ihr Chef ist wie Jürgen Klopp?

Dann wissen Sie, wie man mit einem hoch emotionalen Vorgesetzten umgeht. Doch zugleich dürfen Sie sich glücklich schätzen einen Chef zu haben, der Sie lobt, der Ihre Leistungen in den Vordergrund stellt, der Sie motiviert und der sich darüber hinaus an Absprachen hält. Solche Vorgesetzte sind nicht so häufig zu finden.


Die traurige Wahrheit über Führungskräfte ist oftmals eine andere. Auch wenn Sie Ihre Arbeit noch so gut und effektiv erledigen, ein Lob vom Ihrem Vorgesetzten haben Sie noch nie vernommen. Ihre Präsentation im Meeting war perfekt, Ihre Zuhörer waren begeistert. Doch vom Chef kein Wort. Sie haben neue Kunden gewonnen und damit das Abteilungsergebnis herausgerissen, doch von Ihrem Chef keine der Anerkennung. Nun werden Sie denken (und hoffen) im Jahresgespräch wird er es sicher erwähnen, aber wäre es nicht viel motivierender, wenn er Ihnen sofort signalisiert, wie angetan er von Ihrer Leistung ist?

Sollten Ihnen diese Verhaltensweisen bekannt vorkommen, dann sprechen Sie Ihren Vorgesetzten darauf an. Gerade wenn Sie ganz besondere Leistungen erbracht haben. Fragen Sie ihn ganz offen nach seiner Meinung zu Ihrer Arbeit und Ihren Ergebnissen. Ist er damit zufrieden? In den meisten Fällen wird er Sie bestätigen. Grundsätzlich sollten Sie ihm dann signalisieren, dass Sie mit positiven Rückmeldungen seinerseits noch effektiver arbeiten.

Komplizierter und viel unschöner wird es, wenn Ihr Vorgesetzter Ihre Ideen in Ihrem Beisein (z. B. in Meetings) als seine eigenen verkauft. Während des Meetings sollten Sie sich Ihren Ärger aber verkneifen – auch wenn Sie vor Wut schäumen. Besser ist es, ihn nach dem Meeting direkt anzusprechen und ihn auf Ihren Input hinzuweisen. Gehen Sie dabei aber nicht mit der Brechstange vor, sondern verpacken das ganze in ein Lob für seinen innovativen und gelungenen Einfall. Zugleich stellen Sie Ihren Anteil an der Idee heraus. Signalisieren Sie ihm, wie stolz es Sie macht, dass Ihre Ideen von ihm aufgegriffen werden. Sollte Ihr Chef diesen Wink nicht verstanden haben und sich auch weiterhin mit Ihren Federn schmücken, werden Sie deutlicher. Fragen Sie ihn direkt, warum er Ihren Namen nicht erwähnt und wiederum die Idee als seine eigene verkauft hat. Der Lerneffekt sollte dann kurzfristig erfolgen.

Schwierig ist auch der Umgang mit Chefs, die sich nicht an Absprachen halten. Gestern haben Sie etwas mit ihm besprochen und heute erinnert er sich nicht mehr daran? Gefürchtet sind auch plötzliche Kurswechsel, bei denen Vorgesetzte abstreiten, jemals etwas anderes gewollt zu haben. Sofern dies bei essentiell wichtigen Fragen der Fall ist, sollten Sie sich Absprachen zukünftig schriftlich geben lassen. Das ist zwar lästig, schützt aber vor unliebsamen Wendungen. Auch hier sollte ein Lerneffekt kurz- bis mittelfristig eintreten.


Und wenn das alles nichts hilft? Nun, dann kommt es auf Ihre Leidensfähigkeit und darauf an, wie lange Sie sich der Situation aussetzen wollen. Getreu dem Motto Love it, Leave it or Change it!

(Noch ein kleiner Hinweis: Es könnte der Eindruck entstehen, dieser Beitrag würde sich nicht nur auf männliche Vorgesetzte beziehen, was aber falsch ist. Auc weibliche Chefs zeigen diese Verhaltensweisen.)

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