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Warum klappt es nicht mit einem neuen Job?


Ihre Bewerbungsunterlagen sind Top, Sie bringen genau die richtigen Erfahrungen und Kompetenzen mit und trotzdem hagelt es nur Absagen. Sie werden sogar immer wieder zum Vorstellungsgespräch eingeladen, sind exzellent vorbereitet, präsentieren sich gut und haben angenehme Gespräche. Und trotzdem bekommen Sie die Absage. Entweder schriftlich – was nach einem Gespräch besonders bitter ist – oder wenn das Unternehmen sich an Regeln der Höflichkeit hält und Wertschätzung den Bewerbern gegenüber zeigt, telefonisch. Beides ist frustrierend, besonders wenn Sie alle notwendigen – zumindest nach eigener Einschätzung – Voraussetzungen für die Stelle mitbringen. Doch woran kann es liegen?


Die Gründe können vielschichtig sein. Gehören Sie zu den Anfang der 60iger Jahre geborenen, wird es wohl das Alter sein. Leider werden Bewerber, deren Lebensalter mit einer 5 beginnt doch sehr schnell aussortiert. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass Unternehmen, die ein Bewerbermanagement nutzen, das Tool so eingestellt haben, dass ältere Bewerber sofort aussortiert werden. Aus der Praxis könnte ich hier einige Beispiele vorbringen – die zwar nicht belegt sind, weil keines der Unternehmen eine solche Vorgehensweise zugeben würde. Natürlich kann der Grund für Absagen auch in der großen Konkurrenz liegen. Es ist in der Regel so, dass Unternehmen eine Vielzahl von Bewerbern auf eine Stellenausschreibung bekommen. Hier entscheiden dann Nuancen, wer in die engere Auswahl kommt. Ähnliches gilt auch für Vorstellungsgespräche. Kleinigkeiten geben oftmals den Ausschlag. Oder Sie sind überqualifiziert für den Job. Natürlich können Sie als Bewerber in solchen Fällen versuchen, eine Art„Downgrading“ Ihrer Unterlagen vorzunehmen, was aber in der Realität nicht wirklich funktioniert. Erfahre Personaler wittern, dass es schwierig werden könnte, Sie im Job – für den Sie überqualifiziert sind – zu halten. Wenn Ihre Absagen aber erst nach Vorstellungsgesprächen kommen, liegt der Grund vielleicht in Ihrer Persönlichkeit begründet. Sie wirken zu selbstsicher oder gar zu arrogant oder aber zu unsicher und zu zurückhaltend. Nett umschrieben werden solche Absagen dann unter der Rubrik „Sie haben nicht in unsere Unternehmenskultur gepasst“ – sofern der Grund tatsächlich so offen kommuniziert wird. Oder Sie tragen die ganze Frustration und die Wut darüber, dass es bisher nicht geklappt hat, in das Vorstellungsgespräch. Mit einem solchen Verhalten – wenn auch menschlich nachvollziehbar – tendieren Ihre Chancen gen null. Ebenso bitter ist es, wenn der neue Stelleninhaber längst feststeht und das Unternehmen die Stelle nur pro forma ausschreibt. Auch das passiert häufiger als man denkt. Auch kann es während des laufenden Bewerbungsprozesses zu unerwarteten Umstrukturierungen im Unternehmen kommen. Die Anforderungen an den zukünftigen Stelleninhaber wechseln, Pech für Sie als Bewerber, wenn Sie diese dann nicht erfüllen. Die Aufzählung könnte noch mit einigen Punkten weitergeführt werden, was Ihnen als frustriertem Bewerber aber nicht hilft. Durchhaltevermögen im Bewerbungsprozess zu zeigen, ist eine Herausforderung. Dieser Schwierigkeit müssen Sie sich stellen!

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Wenn das Arbeitsverhältnis seitens des Arbeitgebers gekündigt oder ein Aufhebungsvertrag geschlossen wurde, werden Arbeitnehmer oft freigestellt. Auch wenn die Beendigung des Arbeitsverhältnisses und die damit einhergehende Freistellung oftmals aufgrund von Umstrukturierungen geschehen, ist den meisten Betroffenen schon klar, dass man Sie einfach nicht mehr im Unternehmen braucht. Eine Tatsache, die alles andere als angenehm ist und am Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl kratzen kann. 
Doch wie geht man mit der Freistellung um? Muss man sie in den Bewerbungsunterlagen erwähnen? Diese Frage wird mir sehr oft gestellt. Grundsätzlich rate ich dazu, die Freistellung erst in einem persönlichen Gespräch mit dem Headhunter oder mit dem potenziellen Arbeitgeber zu erwähnen. Wobei man in den Bewerbungsunterlagen natürlich nicht behaupten sollte, man befinde sich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis – das entspricht nicht der Wahrheit und kann böse Konsequenzen haben. Aber in den Bewerb…

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Die Frage, die sehr direkt ist und damit ein wenig plump klingt, zielt darauf ab, dass Ihr Gesprächspartner sich einen Eindruck von Ihrem Selbstbild verschaffen möchte. Wie viel Selbstvertrauen zeigen Sie in einer heiklen Situation? Wie ist Ihre Reaktion? Da es hier primär um Ihre Selbsteinschätzung geht, verpacken versierte Personaler mittlerweile diese Fragen sehr viel geschickter…nichtsdestotrotz sollten Sie gerüstet sein.