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Umfangreiche Lebensläufe: ein neuer Trend?

Bewerbungsexperten raten seit vielen Jahren zu kurzen und prägnanten Bewerbungsunterlagen. Gerade der Lebenslauf – auch bei Fach- und Führungskräften – sollte nicht mehr als vier Seiten (inkl. Deckblatt) umfassen. Im Hinblick auf internationale Bewerbungsstandards, so ist das englisches Resume nie länger als zwei Seiten, ist diese Vorgabe immer noch umfangreich. Im angelsächsischen Raum schaffen es Bewerber, ihre Vorzüge auf zwei Seiten darzustellen. Auf ein Deckblatt mit Foto wird hier eh verzichtet. Gerade bei umfassender Berufserfahrung kann und muss sich der Bewerber auf das Wesentliche beschränken. Doch seit einigen Monaten beobachte ich einen Trend (bei Fach- und Führungskräften) zu deutlich umfangreicheren Lebensläufen – acht Seiten sind keine Seltenheit.

Karriere

Kunden kommen oft mit dem Wunsch zu mir, ich möge sie bei ihrer Karriere beraten. Eine schöne und immer wieder spannende Aufgabe! Doch was bedeutet „Karriere“ für den Einzelnen und welche Voraussetzungen sind förderlich? Nehmen wir den Klassiker, Karriere = Übernahme einer verantwortungsvollen Position in Verbindung mit Mitarbeiterführung. Sicher haben einige meiner Kunden sehr große Ziele – was auch gut ist – und träumen vom Topmanagement. Einige träumen nur, andere arbeiten gezielt daran, um den Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen (ob eine Aufgabe im Topmanagement dann tatsächlich ein Traum ist und als solcher wahrgenommen wird oder sich für den Einzelnen zum Alptraum entwickelt, ist ein anderes Thema). Doch bleiben wir bei den Kunden, die sich hohe, aber erreichbare Ziele setzen. Wie sollen sie es angehen? Patentrezepte gibt es leider nicht mehr. In der heutigen Zeit sind Karrieren weniger planbar als noch vor 20 Jahren. Wer tatsächlich noch glaubt, er/sie könne nach zwei...

Nur das Studium zählt

Zum Wintersemester ist es wieder so weit, die Abiturienten des Jahres drängen in Hochschulen. Immer mehr entscheiden sich für ein Studium und gegen eine Ausbildung. Und dann gibt es Forderungen von Bildungspolitikern, mehr Menschen ohne Hochschulzugang ein Studium zu ermöglichen. Praktisch oder handwerklich zu arbeiten, wird als wenig attraktiv dargestellt. Nur mit einem Hochschulabschluss sei ein gesicherter Beruf mit Karrierechancen möglich. Doch ist das wirklich so?

Neuer Job und frustriert?

Der neue Job klang so vielversprechend. Mehr Verantwortung, spannende Aufgaben und natürlich mehr Geld. Doch dann kam alles ganz anders. Die Aufgaben sind langweilig, man ist von Dilettanten umgeben und nichts ist so, wie es einem vorher zugesagt wurde. Das vorher in den höchsten Tönen gelobte Unternehmen entpuppt sich als Hinterhoffirma. Der Chef, der in den Vorstellungsgesprächen kompetent und charismatisch wirkte, entwickelt cholerische Züge und beweist Halbwissen. Oder man wird mit Aufgaben überhäuft und es ist absehbar, dass dieser Zustand sich nicht ändern wird. Die Unzufriedenheit wächst und steigert sich zur Frustration. Aber was ist zu tun? Durchhalten und zugleich wieder in den Bewerbungsprozess einsteigen und sich damit den stringenten Lebenslauf ruinieren? Und wie soll man die Situation im Vorstellungsgespräch darstellen, ohne illoyal, inkompetent oder gar überheblich zu wirken?

Code of Conduct für den Umgang mit Bewerbern

Wie wäre ein allgemeingültiger Code of Conduct für den Umgang mit Bewerbern? Sicher sinnvoll. Denn wer im Bewerbungsprozess steht, erlebt kuriose Dinge. Im schlechten Umgang mit Bewerbern kommen einige Unternehmen auf immer neue Ideen. Nicht nur, dass man in der Regel keine Eingangsbestätigungen mehr schickt – auch wenn die Technik hier vielfältige Möglichkeiten bietet – nein, auf Stellen, auf die sich der Bewerber beworben hat, bekommen in Absagen ganz andere Titel. Glauben Sie nicht, kommt aber häufiger vor, als Sie denken. Da bewirbt man sich auf eine Stelle für einen Leiter Finanz- und Rechnungswesen und bekommt eine Absage, aus der hervorgeht, dass man für ausgeschriebene Teamleiterstelle leider nicht in die engere Auswahl kommt.

Mobbing durch Mitarbeiter

Oftmals gleicht das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern einem ewigen Kleinkrieg. Doch nicht immer sind die Mitarbeiter die Leidtragenden. Auch Chefs können die Verlierer sein. Einzelne Mitarbeiter, die den Vorgesetzten schädigen möchten, suchen Verbündete und Gleichgesinnte, um das Machtgefälle zu ihren Gunsten zu verändern. Es fängt meistens ganz harmlos an: Der Vorgesetzte wird gemieden und dann verschlechtert sich die Arbeitsleistung des Teams. Die Eigeninitiative der Mitarbeiter geht gegen Null. Doch dann wird es härter, Gerüchte werden gestreut, auch über das Privatleben. Wenn sich das Team einig ist und beschlossen hat, den Chef „fertigzumachen“ braucht es nur kurze Zeit und das Ziel ist erreicht. Denn sind Gerüchte erst einmal im Umlauf, hat der Betroffene wenig Chancen, ohne Schaden aus der Situation herauszukommen. Dieses Szenario haben einige Führungskräfte – gerade im Rahmen der Übernahme einer neuen Aufgabe – am eigenen Leib erfahren müssen. 

Probezeit nicht bestanden?!

Eines der schlimmsten Szenarien ist für viele, die Probezeit nicht zu bestehen. Da hat man endlich nach vielen Anstrengungen den neuen Job gefunden und könnte erleichtert aufatmen, doch dann geht der Druck weiter. Man steht unter Beobachtung. Die Probezeit gibt dem Arbeitgeber die Möglichkeit zu prüfen, ob der neue Mitarbeiter die Leistungsanforderungen erfüllt. Aber auch der Arbeitnehmer kann innerhalb dieser Zeit prüfen, ob die Anforderungen des neuen Arbeitsplatzes den eigenen Vorstellungen entsprechen.